VbA Stammtisch Mai 25 mit Bernhard Claus vom Blinden- und Sehbehinderten Bund

Menschen um einen Tisch

Der Verbund behinderter ArbeitgeberInnen – Selbstbestimmt Leben e. V. hatte bei seinem monatlichen Stammtisch Bernhard Claus vom Blinden- und Sehbehinderten Bund zum Thema: „Barrierefreiheit in öffentlichen Nahverkehr“ eingeladen. Er ist außerdem Vorsitzender im Facharbeitskreis „Mobilität“, des Behindertenbeirats. Aufgrund seiner eigenen Betroffenheit als blinder Mensch hat er dadurch auch 40 Jahre lang Erfahrung. Herr Claus ging auf die öffentlichen Verkehrsmittel (U-Bahn, Bus, Tram) und im Ansatz S-Bahn näher ein.

Er begann mit der U-Bahn, hier ist das Hauptproblem der Höhenunterschied. Es haben nur etwa 40% die gleiche Einstiegshöhe. Um die Bahnsteige anzugleichen, würde es wieder Jahrzehnte dauern. Für den vertikalen Spalt soll es eine Testphase für eine Rampe geben, so etwas wie eine Spaltüberbrückung. Bei den S-Bahn gibt es diese Klapprampen, die sich in der Wand hinter dem Fahrer befinden. Diese würden bei der U-Bahn zu viel Platz benötigen. Rampen an den U-Bahnhöfen sind aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Die neuen U-Bahnen werden jedoch eine Spaltüberbrückung haben und somit gibt es auch keine Probleme mehr. Bis 2032 soll es keine alten U-Bahnen mehr geben, die neuen haben dann auch mehr Platz im Eingangsbereich. Pro Jahr werden sechs Aufzüge ausgetauscht. Es gibt auch eine App, die anzeigt welche Aufzüge und Rolltreppen funktionieren bzw. nicht funktionieren. Wie Herr Claus uns mitteilte, werden die Defekte sofort in der App eingepflegt.

Es gibt auch einen Bus- und Bahn-Begleitservice von Montag bis Freitag, 8 bis 18 Uhr, dieser muss jedoch 48 Stunden vorher angemeldet werden. Da auch hier Personalmangel herrscht. In Trambahnen kann man als Rollstuhlfahrer mit einem Hublifter einsteigen, jedoch nur bis auf eine Höhe von 25 cm. Es sollen auch Bahnsteige erhöht werden, dies kann jedoch noch länger dauern. Bei den Bussen gab es 2004 ein Projekt, das sich nennt: „barrierefrei Busse und Einstiegsfeld für Blinde“. Davon wurde bisher 42% geschafft. Laut Hochrechnung wären wir dann in ca.  21 Jahren fertig. 

Als weitere Hilfe gibt es die Login App. Hier piepst es zum Beispiel, wenn man in die Nähe von E-Rollern kommt und man kann auch eine Grünphase bei einer Ampel um 3 bis 6 Sekunden verlängern. Das ist ein Pilotprojekt.

Wir hatten wieder einen sehr spannenden Abend und sind um einige Informationen reicher. Ganz viel lässt sich überhaupt nicht niederschreiben und kann nur bei einer persönlichen Teilnahme mitgenommen werden.

Wir möchten uns ganz herzlich bei unserem Referenten und den Gästen bedanken. Wir freuen uns auf den nächsten Stammtisch! Bitte anmelden, damit das Beans&Book und wir besser planen können.

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