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Nicht erst seit unserer ehemaligen Bundesministerin Nahles, die bei der Umsetzung vom Bundesteilhabegesetz die von Deutschland anerkannten und ratifizierten Menschenrechte UNBehindertenrechtskonvention von Wünschen der Betroffenen sprach und diese nicht umsetzte, was faktisch eine Schlechterstellung für viele von uns Menschen mit Behinderung bedeutet.

Auch nicht erst seit unser aktueller Gesundheitsminister plant mit seinem Intensivpflegestärkungsgesetz alle Menschen mit Beatmung und am liebsten gleich alle Menschen mit Behinderung in Einrichtungen zu verbannen, angeblich um eine bessere Pflege zu garantieren. Er selbst spricht aber auch von zu vielen freien Heimplätzen, macht sich Sorgen um die arme deutsche Pflegeindustrie, frei nach dem Motto wirtschaftliche Interessen gehen vor Menschenrechten und Freiheit. Beides ist in Einrichtungen eine einzige Utopie.

Erst recht nicht seit ebenfalls unser Gesundheitsminister Spahn die Idee hatte wegen der Infektionsgefahr durch Corona Risikogruppen in speziellen Einrichtungen zu separieren. Da frage ich mich, wen er damit vor wem beschützen will. Bekanntlich sind derartige Einrichtungen der ideale Ort um Infektionen zu verbreiten.

Den zwischenzeitlichen Höhepunkt dieser gesellschaftlichen Entwicklung habe ich heute erfahren. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), ein Zusammenschluss aus sieben medizinischen Fachgesellschaften, gab einen Leitfaden für die sogenannte Triage heraus. In diesem Leitfaden wird eine so genannte Gebrechlichkeitsskala aufgestellt, die ganz eindeutig definiert welches Menschenleben in Deutschland wie viel wert ist. Danach muss ich befürchten, dass ich im Falle eines Krankenhausaufenthaltes schlechter oder gar nicht behandelt werde, obwohl meine Heilungschancen nicht zwangsläufig schlechter sind. Im schlimmsten Falle kann mir danach sogar mein Atemgerät weggenommen werden, damit ein wertvolleres Leben geschützt wird.

Ich messe einen Staat unter anderem daran, wie er mit seinen Schwachen und Minderheiten umgeht. Dies ist aber eine Serie von Ereignissen die mich von einer ganz schlimmen gesellschaftlichen Entwicklung überzeugt. Nein, es sind keine Einzelpersonen, die über das Ziel hinaus schießen oder es nur gut meinen. Egoismus und Sozialdarwinismus sind wieder gesellschaftsfähig. Gerade diejenigen, deren Schutz vom Staat als Begründung für eine massive und meiner Meinung nach unverhältnismäßige Einschränkung der Freiheit verwendet wird, werden mit einer geradezu beängstigenden Leichtigkeit als erstes geopfert und dürfen am Ende auch noch alleingelassen sterben. Ich fühle mich an Zeiten erinnert, von denen heute nur allzu viele nichts mehr wissen möchten.

Ist das alles wirklich so?

Wenn’s interessiert, näheres zur Gebrechlichkeitsskala:

https://abilitywatch.de/menschistmensch/?fbclid=IwAR1t-3qBNoZoBvn04Y4u9r1SvgNaHDeja1p6_TXTR_eZnhT17Pi6vvqGSgU

Christian Klein

  1. April 2020

Weitere Informationen zu diesem Thema:

https://abilitywatch.de/wp-content/uploads/2020/04/FbJJ-Stellungnahme-Triage-2020.pdf